Nun sind 1.000.000 Meter gefahren. Bei Sonne, in den Bergen, im sandig-nassen Hamburg, bei Regen und in der Nacht.

Bekannt ist die etwas längere Wartezeit Euch ja schon, denn die Spedition in Hamburg hatte keine Papiere um das Rad zuzustellen. Diesen Fehler konnte ich nicht eruieren, aber das Rad kam ja wohlbehalten bei mir an(siehe Unboxing-Artikel)

Anfangs tat ich mich schwer, den Lenker regelrecht zu befestigen, denn ich hatte keinen Drehmomentschlüssel, musste also zum Fahrradladen meiner Wahl: Fahrrad Cohrt in Hamburg, der mir seinen Werkstattbestand auslieh. Danke dafür.

Ebenso die Fahrwerkseinstellung ließ ich dort machen. Nach etwa 10min war es geschafft und nun weiss ich selber wie es geht, die 10€ sind dafür gut angelegt.

Nach ca. 100km fing ein Quietschen an. Ich brauchte eine Zeit, bis ich merkte, dass es nicht aus dem Antrieb, sondern von der Reibung zwischen der Dichtung und dem hinteren Gehäusedeckel kommt. Diese sitzt stramm, was prinzipiell gut ist, aber dadurch wird das schmierende Fett mit der Zeit verdrängt, was zu besagtem Quietschen führt. Einige Spritzer Brunox bringen das Ganze dann schnell zum Schweigen.

Die weiteren km verliefen ereignislos, bis auf etliche schöne Stunden auf dem Rad. Es ist sehr unaufgeregt im Fahrbetrieb, ich merke kaum, das es da ist…;-)

Die Rohloff musste ich etwas „nachspannen“, die Züge waren etwas locker geworden(nach ca. 250km). Dies führte zu einem direkteren Schaltvorgang. Ansonsten Rohloff: was will man(n) mehr?

Durch etliche Stunden Regenfahrt kann ich sagen, dass die Dichtung des Kettenstranges sehr gut funktioniert: keine Nässe, kein Sand, kein anderweitiger Schmutz auf der Kette(einige Systemöffnungen habe ich mittlerweile durchgeführt). Dafür jede Menge Dreck auf dem Kettenkasten und auf dem Rad. Alles da, wo es hingehört. Einzig der Tretlagerbereich ist aufgrund der Lager etwas schwerer zu reinigen.

Mach etwa 750km musste ich neue Bremsbeläge vorne einbauen, da ich etwas Wachspolitur auf der Scheibe verteilte. Das haben mir die Beläge nicht verziehen und ich habe gelernt hier große Vorsicht und Achtsamkeit walten zu lassen. Kosten: 23€ für die Endurance Beläge von Magura.

Die Reifen sehen immer noch sehr gut aus, obwohl ich auch einige Strassen-Km gefahren bin. Laufleistung noch lange nicht erreicht.

Der Lenker(Syntave Duraflite Carbon) hat leider eine „Lackblase“ oder so etwas. Syntace gab mir zu verstehen, das würde nichts ausmachen, stört aber die Optik. Sehr schade, dagegen sind mit die Kratzer aufgrund eines leichten Sturzes auf dem hinteren Schnellpannner egal.

Zuletzt traten einige kleine „Knicks“ Geräusche auf, die ich durch ein versuchtes Nachziehen des Tretlagers nicht zum aufhören bewegen konnte(das Drehmoment war eindeutig richtig eingehalten). Bin auch nicht sicher, ob es daher kommt. Höre ich nur bei feuchtem, dreckigen und festen Antritten. Sind vielleicht auch die Pedale. Werde weiter darauf achten.

Heute habe ich nun die neue Spannfeder in  der Spannrolle eingebaut. Gefahren bin ich noch nicht.  Sie soll verhindern, dass die Mechanik vorzeitig die Kette vorspannt und damit das System auf „Block“ geht, d.h. zu stark vorgespannt ist. Die „alte“ Feder war zu schwach und ich bin einer von 4(vier) Fahrradbesitzern, bei denen dieser Fehler auftrat.

Der Steuersatz und die Naben haben kein Spiel. Der Lack, na ja, das Rad ist ja praktisch neu, ist wie am ersten Tag. Ebenso der Sattel.

Die MotoGripz von Syntace habe ich gegen Ritchey WCS Griffe getauscht. Diese sind leichter und lassen sich zusammen mit Barends der gleichen Baureihe gut auf dem Carbonlenker montieren.

In der dunkleren Jahreszeit fahre ich mit einem Schmidts Nabendynamo, und zwar den RR in rot. Dazu brennt der Edelux-Scheinwerfer(ebenfalls rot) vor mir auf den Weg. Diese Anlage fuhr ich schon in meinem vorigen Rad und ich bin nach wie vor sehr zufrieden damit.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass sich die Unannehmlichkeiten(es handelt sich um die erste Serie) doch eher in Grenzen halten. Ich konnte alles selber richten und das Radel fährt wie am ersten Tag: wendig, spritzig und komfortabel.

Zudem gefällt mir die ausgewählte Farbe nach wie vor sehr gut und ich greife gierig nach dem Lanker, wenn ich nur kann…

Ich fahre das Rad nahezu jeden Tag zur Arbeit und am Wochenende bin ich mindestens einen Tag damit unterwegs.

Ich bin zufrieden – und werde es bleiben. Es ist jeden Cent wert. Vielleicht, weil ich ein wenig narrisch bin und weil´s halt mein Hobby ist.

Empfehlen würde ich derzeit das Rad jedem, der es sich leisten kann und der nicht dauernd an der Schaltung und der Kette rumwurschteln will:

toll sonntags mit normalen Klamotten und OHNE Hosenklammer ins Café zu cruisen…coool…;-)

Sauber – Ruhig – Schnell.

Mein Moos halt.

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